Insolvenzverfahren

Aktuell übernehmen sieben Anwälte der Kanzlei  überregional Insolvenz-verwaltungen (Dr. Michael Jaffé, Miguel Grosser, Sebastian Nolte, Stefan Waldherr, Dr. Philip Heinke, Dr. Andrea Braun-Schnattinger und Dr. Sebastian Braun).

Informieren Sie sich über einige ausgewählte Verfahren der Insolvenzverwalter der Kanzlei. Klicken Sie bitte auf den jeweiligen Buchstaben, um sich die Verfahren anzeigen zu lassen.

Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG

 


Firma Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG
Sitz Dresden
Gericht

Amtsgericht München, Az. 1542 IN 210/09

Eröffnungsdatum 01.04.2009
Insolvenzverwalter Dr. jur. Michael Jaffé
Arbeitnehmer 2.764
Geschäftsgegenstand

Entwicklung und Herstellung von mikroelektronischen Bauelementen

Status laufendes Insolvenzverfahren

 

Die Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG war als eine von zwei sogenannten Frontend-Produktionsstätten ein wesentlicher Teil der Wertschöpfungskette des Qimonda-Konzerns. Die Frontend-Fertigung ist die kostenintensivste Produktionsstufe bei der Herstellung von Halbleiterprodukten und erfordert komplexe technologische Fertigungsanlagen. Ferner war die Qimonda Dresden GmbH & Co. OHG das globale Forschungs- und Entwicklungszentrum der Qimonda Gruppe im Bereich der Technologieentwicklung mit einer 300-mm-Pilotfertigung.

Die Qimonda Dreseden GmbH & Co. OHG ist seit 1994 am Standort Dresden aktiv und ging aus der Siemens AG, respektive der Infineon Technologies AG hervor. Zum Zeitpunkt der Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung beschäftigte die Schuldnerin 2.764 Mitarbeiter und war damit der größte private Arbeitgeber in der Region Dresden.

Die Schuldnerin verfügte über keinen eigenen Marktzugang, alle hergestellten Produkte wurden an die Konzernmutter, die Qimonda AG, verkauft.

Die hergestellten Erzeugnisse stellten zudem kein endfertiges Produkt dar, sondern mussten an weiteren weltweiten Fertigungsstandorten des Qimonda-Konzerns veredelt werden. Die Aufrechterhaltung der Betriebstätigkeit konnte daher nur im Rahmen der Wertschöpfungskette des Qimonda-Konzerns bzw. innerhalb der Konzernstrukturen erfolgen. Dies wurde insbesondere dadurch erschwert, dass zum Zeitpunkt der Insolvenzantragstellung keinerlei Liquidität vorhanden war, wodurch das unmittelbare Zusammenbrechen des Unternehmens drohte. Der sofortige unkontrollierte Betriebsstillstand wäre mit immensen materiellen Schäden an den Produktionsanlagen sowie hohen Risiken verbunden gewesen, da sensibelste technische Anlagen vorhanden waren.

Im Laufe der vorläufigen Insolvenzverwaltung wurden der Betrieb trotz schwierigster Rahmenbedingungen fortgeführt, wobei Produktionsanpassungen vorgenommen wurden, um den insolvenzrechtlichen Rahmenbedingung Rechnung zu tragen. Hierfür wurden verschiedene Szenarien entwickelt.

Da trotz aufwändigem und weltweitem Investorenprozess ein Übernahmeinteressent für das gesamte Unternehmen nicht gefunden werden konnte, musste nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens mit dem Personalabbau begonnen werden. Eine Transfergesellschaft wurde errichtet. Diverse Beteiligungen konnten zeitnah verwertet werden, die Bemühungen weitere  Betriebsteile zu veräußern, dauern an.

Verfahren