Knaus Tabbert Group GmbH

Verfahrensdaten

Firma Knaus Tabbert Group GmbH
Gericht Amtsgericht Passau / AZ 1508 IN 380/08
Sitz / Bundesland Jandelsbrunn / Bayern
Eröffnungsdatum 01.01.2009
Insolvenzverwalter Dr. jur. Michael Jaffé
Verfahrensstatus laufendes Verfahren
Mitarbeiter 1.532


Verfahrensbeschreibung

Als alleiniges produzierendes Unternehmen in der Knaus Gruppe gehörte Knaus Tabbert Group GmbH zu den größten europäischen Herstellern von Wohnwägen und Reisemobilen mit Produktionsstandorten in Jandelsbrunn, im hessischen Mottgers sowie in Ungarn. Das Unternehmen blickt auf eine lange Unternehmenshistorie zurück, die maßgeblich von den Namensgebern Alfred Tabbert (Unternehmensgründung im Jahre 1934) und Helmut Knaus (Unternehmensgründung im Jahre 1960) beeinflusst wurde.

Mit einem Umsatz von knapp € 300 Mio. und 14.780 gefertigten Wohnwagen sowie 4.040 Wohnmobilen im Geschäftsjahr 2007 / 2008 stellte Knaus Tabbert in Europa den drittgrößten Wohnwagen- und den achtgrößten Hersteller von Reisemobilen dar. Der Großteil der 1.532 Mitarbeiter war am Standort Jandelsbrunn beschäftigt. Das Werk in Mottgers verfügte über 408 Arbeitnehmer und die Produktion in Ungarn über rund 315 Arbeitnehmer.

Nach Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung wurde umgehend ein Fortführungs- und Sanierungskonzept erarbeitet. Hierbei wurden mannigfaltige Planungszenarien unterstellt und errechnet, da verlässliche Marktdaten auf Grund des Absatzeinbruchs in Folge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise nicht mehr zur Verfügung standen. Gleichzeitig wurde ein M&A Prozess aufgesetzt, um weltweit mögliche Interessenten anzusprechen. Aufgrund der Bekanntheit der Marken und der betroffenen Arbeitsplätze waren die Verwertungsbemühungen im Fokus der Öffentlichkeit.

Nach umfangreichen Verhandlungen, die durchgehend auch über die Weihnachtsfeiertage des Jahres 2008 geführt wurden, ist es schließlich gelungen, den schuldnerischen Geschäftsbetrieb sowie weitere Beteiligungen der Schuldnerin im Rahmen eines komplexen Asset- und Share-deals, der unter anderem die Erhaltung der deutschen Produktionsstandorte vorsah, zu veräußern. Dadurch konnte rund 1000 Arbeitsplätze in den sehr strukturschwachen Regionen erhalten bleiben, was einen in Anbetracht der Finanz- und Wirtschaftskrise kaum erwarteten Erfolg darstellte. Die Produktion wurde wenige Wochen später an allen 3 Standorte wiederaufgenommen. 

Herr Rechtsanwalt Dr. jur. Michael Jaffé wurde ferner als Insolvenzverwalter der Konzernmutter, der Knaus AG (AZ: IN 381/08), sowie der weiteren Gesellschaften der Knaus-Gruppe, der Tabbert Caravan GmbH (AZ: IN 382/08) und der Grundstücksgesellschaft Sandweg GmbH (AZ: IN 383/08) bestellt.