Die beiden weiteren deutschen P&R Gesellschaften stellen Insolvenzantrag

Pressemitteilung

Rechtsanwalt Dr. Michael Jaffé
Vorläufiger Insolvenzverwalter der P&R Transport-Container GmbH, Grünwald

Rechtsanwalt Dr. Philip Heinke
Vorläufiger Insolvenzverwalter der P&R AG, Grünwald

 

Die beiden weiteren deutschen P&R Gesellschaften
stellen Insolvenzantrag

 

München/Grünwald, 27. April 2018. Am Donnerstag, 26. April, haben nun auch die zwei weiteren deutschen Gesellschaften der P&R-Gruppe, die P&R Transport-Container GmbH und die P&R AG, beide mit Sitz in Grünwald, beim Amtsgericht München Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Daraufhin bestellte das Amtsgericht München Rechtsanwalt Dr. jur. Michael Jaffé zum vorläufigen Insolvenzverwalter der P&R Transport-Container GmbH sowie Rechtsanwalt Dr. jur. Philip Heinke, ebenfalls von der Kanzlei JAFFÉ Rechtsanwälte Insolvenzverwalter, zum vorläufigen Insolvenzverwalter der P&R AG. Beide sind bereits seit 19. März als vorläufige Insolvenzverwalter der P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, der P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH (Dr. Michael Jaffé) sowie der P&R Container Leasing GmbH (Dr. Philip Heinke) tätig.

Die P&R Transport-Container GmbH verwaltet derzeit die Investitionen von rund 14.900 Anlegern, wobei 95 Prozent davon auch Verträge mit den bereits seit
19. März unter vorläufiger Insolvenzverwaltung stehenden P&R Container-Verwaltungsgesellschaften abgeschlossen haben. Das Geschäftsmodell der P&R Transport-Container war zwar im Unterschied zu diesen nach dem neuen Regulierungsstandard für Direktinvestments 2017 entstanden. Ihre Angebote zum Container-Direktinvestment, von denen das letzte am 07. März 2018 vom Unternehmen geschlossen wurde, unterlagen der Prospektpflicht und waren konservativer angelegt. Unabhängig davon konnte die P&R Transport-Container GmbH die sich aus der Schieflage der Gruppe ergebenden finanziellen und bilanziellen Folgen nicht mehr bewältigen. Trotz aller Bemühungen ließ sich keine positive Fortführungsprognose darstellen, so dass die Insolvenzantragstellung unvermeidlich war.

Dies war auch der Grund für den Insolvenzantrag der P&R AG, die im Wesentlichen als Management- und Dienstleistungsgesellschaft (EDV, Marketing) für die deutschen Tochtergesellschaften am Standort Grünwald fungierte, für diese die komplette Geschäftsabwicklung übernahm und sich über eine Umlage bei den Töchtern finanzierte. Außer der Erbringung dieser Dienstleistungen hat die Gesellschaft keine eigene Geschäftstätigkeit. Die P&R AG beschäftigt 25 Mitarbeiter. Für diese wurde bereits eine Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes auf den Weg gebracht.

„Wir sind bestrebt, auch für diese Gesellschaften den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und brauchen insbesondere die Mitarbeiter der P&R AG, um bei der Bestandsaufnahme und der Erarbeitung von Verwertungskonzepten weiter voranzukommen“, so Dr. Michael Jaffé in einer ersten Einschätzung dazu.

Wie bei den bereits seit 19. März insolventen Gesellschaften ist es auch hier die vordringlichste Aufgabe der vorläufigen Insolvenzverwalter, das vorhandene Vermögen im Interesse aller Anleger und Gläubiger zu sichern und zu erhalten. Dabei ist es von Vorteil, dass im Zuge der bereits unmittelbar nach den ersten Insolvenzanträgen begonnenen Bestandsaufnahme schon Verfahren zum Datenaustausch und -abgleich implementiert wurden.

„Wir müssen auch für die P&R Transport-Container GmbH relevante Daten in der für die vorläufige Insolvenzverwaltung benötigten Form erst noch in aufwändiger Detailarbeit ermitteln. Dies wird angesichts des Datenvolumens wie auch bei den anderen Gesellschaften geraume Zeit in Anspruch nehmen“, so der vorläufige Insolvenzverwalter.

Ebenso sollen für die P&R Transport-Container GmbH Mittelzuflüsse aus der fortlaufenden Vermietung der Containerflotte im Interesse der Anleger gesichert werden. „Auch hier gilt: Um Einnahmen zu erzielen, muss die Containervermietung weltweit und störungsfrei fortgeführt werden. Jede Störung kann schwerwiegende Folgen für die Anleger haben, denn nur wenn die Container weiterhin vermietet bleiben, können die entsprechenden Erträge gesichert und realisiert werden.“

Auch im Fall der P&R Transport-Container GmbH sei das Risiko für Anleger, zu Standgebühren oder durch die Container verursachte Schäden herangezogen zu werden, nur theoretischer Natur. Ansprüche gegenüber der Gesellschaft können Anleger nach dem Insolvenzrecht erst anmelden, wenn das Amtsgericht München das Insolvenzverfahren eröffnet hat. Dazu wird üblicherweise eine Frist von mehreren Monaten zur Anmeldung der Ansprüche eingeräumt. Anleger der P&R Transport-Container GmbH werden gebeten, nach Möglichkeit ein Schreiben der Insolvenzverwaltung abzuwarten, mit dem ihnen wichtige Informationen und Hilfestellungen zur Forderungsanmeldung gegeben werden.

Die im Insolvenzverfahren erzielten Erlöse werden allen Gläubigern zugutekommen, das sind bei der P&R Transport-Container GmbH wie auch bei den anderen P&R Container-Verwaltungsgesellschaften vor allem die Anleger. „Unser Ziel ist es, die berechtigen Ansprüche der Anleger nach den gesetzlichen Vorgaben bestmöglich zu befriedigen“, betont Dr. Michael Jaffé.

Es könne jedoch erst nach Abschluss der Bestandsaufnahme entschieden werden, welche Verwertungsmöglichkeiten im Interesse der Anleger ein bestmögliches Ergebnis erbringen. Es lasse sich daher derzeit auch noch nicht sagen, wann und in welcher Höhe Rückflüsse an die Anleger erfolgen können.

Aktuelle Informationen zum Verfahrensstand und laufend aktualisierte Antworten auf häufig gestellte Fragen können Anleger der P&R Transport-Container GmbH auf der eigens dafür eingerichteten Internetseite www.frachtcontainer-inso.de finden.

Die von der Insolvenz betroffenen P&R Container-Verwaltungsgesellschaften haben in der Vergangenheit neue und gebrauchte Frachtcontainer zur privaten Anlage angeboten. Diese wurden von Anlegern gekauft und für eine gewisse Anlagezeit (drei bzw. fünf Jahre) vermietet. Im Gegenzug erhielten die Anleger während der Laufzeit Mietzahlungen. Zudem wurde ihnen in Aussicht gestellt, dass die Container-Verwaltungsgesellschaften die Container am Ende der Vertragslaufzeit wieder zurückerwerben. Die gesamte Containerflotte wurde auf dem Weltmarkt an Leasinggesellschaften und die Transportindustrie vermietet. Als Marktführer in ihrem Segment betreuten die P&R Gesellschaften zuletzt rund 54.000 Anleger.

Weitere Informationen

Dr. Michael Jaffé zählt zu den erfahrensten und renommiertesten Insolvenzverwaltern Deutschlands. Er wird seit über zwei Jahrzehnten regelmäßig von den Gerichten in schwierigen und großen Insolvenzfällen bestellt, in denen es darum geht, das Vermögen für die Gläubiger zu sichern und bestmöglich zu verwerten.  Zu den national und international bekanntesten Insolvenzverfahren von Dr. Jaffé zählen der Medienkonzern KirchMedia des verstorbenen Dr. Leo Kirch, der vormals weltweit tätige Speicherchip-Hersteller Qimonda sowie die deutschen Tochtergesellschaften der Petroplus-Gruppe, des ehedem größten unabhängigen Raffineriebetreibers in Europa, deren Anteile ebenfalls von einer Gesellschaft in der Schweiz gehalten wurden. In dem Insolvenzverfahren über das Vermögen der Petroplus Raffinerie Ingolstadt GmbH konnte er vor kurzem den Gläubigern mitteilen, dass ihre Forderungen in voller Höhe befriedigt werden können. Darüber hinaus gelang es ihm unter anderen die Sanierung des Wohnwagen-Produzenten Knaus Tabbert, der Grob Aerospace sowie der Cinterion Wireless Modules Holding GmbH erfolgreich abzuschließen.

Als Insolvenzverwalter der Stadtwerke Gera Aktiengesellschaft, einer Holdinggesellschaft für Beteiligungen der Stadt Gera, die mit der Daseinsvorsorge für rund 200.000 Menschen befasst waren, konnte er die Betriebe nach dem Insolvenzantrag schnell stabilisieren und in der Folge ohne Einschränkungen fortführen. Zwischenzeitlich wurde für alle Beteiligungen eine dauerhafte Fortführungslösung realisiert. Als Insolvenzverwalter der insolventen Fondsgesellschaft NARAT GmbH & Co. KG veräußerte Dr. jur. Michael Jaffé zudem eines der größten Gewerbeimmobilien-Portfolios in Nordrhein-Westfalen. Derzeit ist er darüber hinaus als Insolvenzverwalter für die ProHealth AG, die Phoenix Solar AG und die Dero Bank AG bestellt.

Dr. Philip Heinke ist seit vierzehn Jahren Rechtsanwalt in der Kanzlei JAFFÉ und wird seit zehn Jahren überregional als Insolvenzverwalter bestellt und verfügt über umfangreiche Erfahrungen in grenzüberschreitenden Insolvenzverfahren ebenso wie in Kapitalanlageverfahren.

Die Kanzlei JAFFÉ Rechtsanwälte Insolvenzverwalter ist seit mehr als zwei Jahrzehnten eine der führenden Kanzleien in den Bereichen Insolvenzverwaltung, Insolvenzrecht und Prozessrecht, insbesondere in komplexen und grenzüberschreitenden Verfahren. Die Anwälte der Kanzlei verstehen Unternehmenskrise und Insolvenz nicht als Ausdruck unternehmerischen Scheiterns, sondern setzen sich mit großem Nachdruck und Erfolg dafür ein, dass das Unternehmen in der Insolvenz saniert wird, Arbeitsplätze erhalten und zugleich die Gläubiger bestmöglich befriedigt werden, und zwar sowohl innerhalb eines klassischen Insolvenzverfahrens als auch im Rahmen von Eigenverwaltungen und Schutzschirmverfahren. Die Anwälte der Kanzlei werden regelmäßig in schwierigen Verfahren als Insolvenzverwalter und Sachwalter bestellt; ihre Erfahrungen und ihre Unabhängigkeit sind ein Garant für ein faires und erfolgreiches Verfahren.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte:

Medienkontakt für die vorläufigen Insolvenzverwalter:
Sebastian Brunner
Tel.: +49175/5604673

E-Mail: sebastian.brunner@brunner-communications.de

 

Press Release

Lawyer Dr. Michael Jaffé
Provisional insolvency administrator for P&R Transport-Container GmbH, Grünwald

Lawyer Dr. Philip Heinke
Provisional insolvency administrator for P&R AG, Grünwald

 

The two other German P&R companies file for insolvency

 

Munich/Grünwald, 27 April 2018 On Thursday 26 April, the two other German companies in the P&R Group, P&R Transport-Container GmbH and P&R AG, both with their registered offices in Grünwald, have now also filed for insolvency proceedings to be opened at Munich District Court. Munich District Court subsequently appointed lawyer Dr. jur. Michael Jaffé as the provisional insolvency administrator of P&R Transport-Container GmbH and lawyer Dr. jur. Philip Heinke, also of the law firm JAFFÉ Rechtsanwälte Insolvenzverwalter, as the provisional insolvency administrator of P&R AG. The two lawyers have both been acting as provisional insolvency administrators since 19 March for P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH (Dr. Michael Jaffé) and P&R Container Leasing GmbH (Dr. Philip Heinke).

P&R Transport-Container GmbH is currently managing the investments of approximately 14,900 investors, of which 95 percent have also concluded contracts with the P&R container management companies which are under provisional insolvency administration. The P&R Transport-Container business model, in contrast to the above companies, was developed after the new regulatory standard for direct investments of 2017. Their offers of investing directly in containers, the last of which was concluded by the company on 7 March 2018, were subject to the prospectus obligation and were invested more conservatively. Irrespective of this, P&R Transport-Container GmbH was no longer able to manage the resulting financial and accounting consequences arising from the Group’s difficulties. Despite every effort, it was not possible to see the prospect of positive continuation, making the insolvency application unavoidable.

This was also the reason for P&R AG’s insolvency application, which essentially acted as the management and services company, (IT, Marketing) for the German subsidiaries based in Grünwald, which processed the entire business transactions for this company and was financed through a levy from the subsidiaries. Apart from providing these services, the company has no other business activities. P&R AG has 25 employees. Pre-financing of the insolvency funds has already started for them.

“We are also committed to maintaining business operations for these companies, and in particular, we need the P&R AG employees in order to make progress with the inventory and the development of resale plans”, said Dr. Michael Jaffé in an initial evaluation.

As in the case of the companies that have been insolvent since 19 March, the priority for the provisional insolvency administrator in this case is also to secure and to maintain the existing assets in the interests of all investors and creditors. It is advantageous that as part of the inventory that started immediately after the first insolvency applications, data exchange and reconciliation procedures were implemented.

“For P&R Transport-Container GmbH, we still also need to collect relevant data in the format required for the provisional insolvency administration, which requires much detailed work. With respect to the volume of data, this will take a considerable amount of time, as it did for the other companies”, said the provisional insolvency administrator.

Likewise, flows of funds from ongoing leasing of the container fleet must be ensured for P&R Transport-Container GmbH in the interest of investors. “The same applies here: in order to generate revenues, the container leasing must continue worldwide and without disruption. Any disruption could have serious consequences for the investors, because the only way to ensure and realise the necessary revenues is to continue to lease the containers.”

Also in the case of P&R Transport-Container GmbH, the risk for investors of being charged demurrage fees or for damages caused by the container are only theoretical in nature. According to insolvency law, investors cannot make claims against the company until the District Court Munich has opened the insolvency proceedings. A period of several months is generally allowed for claims to be registered. Investors in P&R Transport-Container GmbH are requested, as far as possible, to wait until they receive a letter from the insolvency administrators providing them with important information and assistance about registering their claim.

The proceeds achieved in the insolvency proceedings will be credited to all creditors, which, in the case of P&R Transport-Container GmbH as well as the other P&R container management companies, mainly comprise the investors. “Our goal is to achieve the best possible satisfaction of the legitimate claims of the investors in accordance with the legal requirements”, says Dr. Michael Jaffé.

However, only after completion of the inventory will it be possible to decide which recovery options will provide the best possible result in the interest of the investors. Therefore, it is not possible to say when and what level of returns the investors will achieve.

Investors of P&R Transport-Container GmbH can access current information on the status of the proceedings and ongoing updates to the answers to frequently asked questions on the website specifically established for this purpose www.frachtcontainer-inso.de.

In the past, the P&R container management companies affected by the insolvency offered new and used freight containers as private investments. Investors purchased the containers and leased them for a certain investment term (three or five years). In return, investors received rental payments during the period of the lease. In addition, investors were promised that the container management companies would buy back the containers at the end of the contract term. The entire fleet of containers was leased on the global market to leasing companies and the transport industry. As market leader in their segment, in the end the P&R companies managed around 54,000 investors.

Additional information

Dr. Michael Jaffé is one of the most experienced and renowned insolvency administrators in Germany. For over two decades he has regularly been appointed by the courts in difficult and large insolvency cases where the objective is to secure the assets for the creditors and to realise the best possible value.  Dr. Jaffé 's best-known national and international insolvency proceedings include the media group KirchMedia of the late Dr. Leo Kirch, the former global memory chip manufacturer Qimonda and the German subsidiaries of the Petroplus group, formerly the largest independent refinery operator in Europe, whose shares were also held by a company in Switzerland. In the insolvency proceedings over the assets of Petroplus Raffinerie Ingolstadt GmbH, he was recently in a position to inform the creditors that their claims could be recovered in full. In addition, he has successfully concluded the restructuring of the caravan producer Knaus Tabbers, Grob Aerospace and Cinterion Wireless Modules Holding GmbH.

As insolvency administrator of Stadtwerke Gera Aktiengesellschaft, a holding company for the investments of the city of Gera, which was concerned with providing public services for approximately 200,000 people, he was able to quickly stabilize the operations after the insolvency application and subsequently maintain them without restrictions. In the meantime, a permanent solution to continue operations was implemented for all holdings. As the insolvency administrator for the insolvent fund company NARAT GmbH & Co. KG, Dr. jur. Michael Jaffé also sold one of the largest commercial real estate portfolios in North Rhine-Westphalia. He is currently the appointed insolvency administrator for ProHealth AG, Phoenix Solar AG and Dero Bank AG.

Dr. Philip Heinke has been a lawyer at the law firm JAFFÉ for fourteen years, and for ten years has been appointed nationally as insolvency administrator, he has extensive experience in cross-border insolvency as well as capital investment cases.

The law firm JAFFÉ Rechtsanwälte Insolvenzverwalter has been one of the leading law firms in the areas of insolvency administration, insolvency law and litigation for more than two decades, in particular for complex and cross-border proceedings. The firm’s lawyers do not view company crisis and insolvency as an expression of business failure, instead they make every effort to ensure success for the company in insolvency through restructuring, maintaining jobs and at the same time ensuring that creditors needs are met in the best possible way. This applies in traditional insolvency proceedings as well as in self administration and umbrella proceedings. The firm’s lawyers are regularly appointed as insolvency administrators and trustees in difficult cases; their experience and independence guarantee fair and successful proceedings.

For further information, please contact:

Media contact for the provisional insolvency administrators:
Sebastian Brunner
Tel.: +49175/5604673

Email: sebastian.brunner@brunner-communications.de

Datum 27.04.2018
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