P & R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH

Firma
P & R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH
Gericht
Amtsgericht München / 1542 IN 726/18
Sitz / Bundesland
Bayern
Eröffnungsdatum
24.07.2018
Insolvenzverwalter
Dr. jur. Michael Jaffé
Verfahrensstatus
laufendes Verfahren
Mitarbeiter
keine Angaben

Bei den Insolvenzverfahren über die P&R Container-Verwaltungsgesellschaften handelt es sich nach Berichten der Presse um die bis dahin größte deutsche Kapitalanlageinsolvenz. Als Marktführer in ihrem Segment betreuten die P&R Gesellschaften zuletzt rund 54.000 Anleger mit einem Investitionsvolumen von über € 3 Mrd.

 

Die P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH und die P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH stellten jeweils am 15.03.2018 Insolvenzantrag beim Amtsgericht München. Mit Beschluss vom 19.03.2018 bestellte das Amtsgericht München Rechtsanwalt Dr. jur. Michael Jaffé zu deren vorläufigen Insolvenzverwalter und später zum Insolvenzverwalter. Die Transport-Container GmbH stellte am 26.04.2018 Insolvenzantrag. Auch dort wurde Dr. Jaffé zum vorläufigen Insolvenzverwalter und später zum Insolvenzverwalter bestellt.

 

Die Container-Verwaltungsgesellschaften haben in der Vergangenheit neue und gebrauchte Frachtcontainer zur privaten Anlage angeboten. Diese wurden nach den vorliegenden Informationen von Anlegern gekauft und für eine gewisse Anlagezeit (drei bzw. fünf Jahre) vermietet. Im Gegenzug erhielten die Anleger während der Laufzeit Mietzahlungen. Zudem wurde ihnen in Aussicht gestellt, dass die Container-Verwaltungsgesellschaften die Container am Ende der Vertragslaufzeit wieder zurückerwerben. Die Containerflotte wurde von einer Schweizer Gesellschaft auf dem Weltmarkt an Leasinggesellschaften und die Transportindustrie vermietet.

 

Nach den Ergebnissen der Auswertung der Systeme sind von den vier deutschen Container-Verwaltungsgesellschaften rund 1,6 Mio. Container an die rund 54.000 Anleger verkauft worden. Dem steht allerdings eine Containerflotte von nur rund 0,6 Mio. gegenüber. Diese enorme Bestandsdifferenz, über die die Anleger nicht aufgeklärt wurden, hatte sich nach den vorliegenden Erkenntnissen über Jahre hinweg aufgebaut. Im Jahr 2010 betrug die Differenz zwischen den verkauften und den vorhandenen Containern bereits rund 0,6 Mio. Presseberichten zufolge handelt es sich um den größten deutschen Anlagebetrugsfall.

 

Nach einer Bestandsaufnahme und umfassenden grenzüberschreitenden Aufklärung der Vorgänge ging es vor allem um die bestmögliche Verwertung der weltweit vorhandenen Vermögenswerte, die weit fortgeschritten ist. Es ist das erklärte Ziel, über eine Milliarde Euro aus der Verwertung der gesamten Containerflotte zu erzielen. Parallel dazu wurde auch die Haftung der Verantwortlichen und Beteiligten untersucht und geltend gemacht.

 

Mehr Informationen zum Insolvenzverfahren finden Sie auf der für dieses Insolvenzverfahren eingerichteten Homepage www.frachtcontainer-inso.de sowie in unserem Gläubigerinformationssystem.